Presse

Pressemitteilung,  24. Februar 2026

Jahresergebnis und Ausblick des Branchenverbands:

Schwache EU-Wirtschaft und verunsicherte Kunden schränken Wachstum ein

Die 46 Mitgliedsfirmen des Giesserei-Verbands der Schweiz (GVS) blicken mit einem durchzogenen Konjunktur-verlauf auf ein anspruchsvolles Jahr 2025 zurück. Nach anfänglich guter Auslastung blockierte die mehrheitlich schwache Wirtschaftskraft Europas ein weiteres Wachstum im Jahresverlauf. Die US-Zollpolitik sorgte bei nahezu allen Kunden für Zurückhaltung bei Investitionen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Produktionsmenge der Schweizer Giessereien gesamthaft um 7,6%. Die Prognose für 2026 fällt verhalten optimistisch aus, zumal geopoli-tische Rahmenbedingungen fragil bleiben.

Im ersten Halbjahr 2025 bewegte sich die Auftragslage der Schweizer Giessereiindustrie auf einem stabilen, wenn auch niedrigen Niveau. Doch nachhaltige Wachstumsimpulse blieben aus. Die Auslastung blieb schwach. Insbesonde-re für die spezialisierten Schweizer OEM-Zulieferer wirkte sich die verschärfte Krise der deutschen Automobilhersteller nochmals stark dämpfend auf den bereits schwierigen Geschäftsverlauf aus. Ebenso verhielt es sich im wichtigen Ma-schinenbau – mit einer geringen bis schlechten Nachfrage.

In der zweiten Jahreshälfte trübte sich die konjunkturelle Lage für die Schweizer Giessereiindustrie gesamthaft weiter ein. In nahezu allen wichtigen europäischen Exportmärkten gingen die Kundenbedarfe überwiegend zurück. Ausgelöst durch die unkalkulierbare US-Zollpolitik manifestierten sich Unsicherheiten, bis hin zu einer regelrechten Schockstarre in den betroffenen Märkten. Dies führte zu willkürlichen Reaktionen, kaum fassbaren Szenarien – und erschwerte die ohnehin volatile Auftragslage.

Punktuelles Wachstum
Gleichzeitig gab es Lichtblicke im zurückliegenden Jahr. Wichtige Ausnahmen bildeten dabei die Schienenfahrzeug-branche und der Bereich der Grossmotoren sowie das Bauwesen: Hier erwiesen sich die Nachfragen als vergleichs-weise stabil und tendenziell konnte sogar mit Neuaufträgen ein leichtes bis gutes Wachstum verzeichnet werden.

Zudem profitierten Schweizer Giessereien punktuell von der markanten Wirtschaftskrise in Deutschland, wo Insolvenzen und Betriebsschliessungen von Giessereien zu Verschiebungen im Markt führten. «Solche Effekte zeigten, dass Schweizer Giessereien im internationalen Vergleich als verlässliche Partner wahrgenommen werden», ordnet Danilo Fiato ein, Präsident des Giesserei-Verbands der Schweiz (GVS). Eine der Verbandsmitgliedsfirmen konnte konkret dadurch neue Kunden mit relativ grossen Auftragsvolumina gewinnen.

«Insgesamt erwies sich 2025 für uns als Übergangsjahr, in welchem die Stabilität und moderaten Zuwachsraten in einzelnen Segmenten von der mehrheitlich schwachen Konjunktur und verhaltenen Nachfrage in ganz Europa überla-gert wurden», erklärt Fiato weiter – und Verbandgeschäftsführer Marcel Menet verdeutlicht dies in Zahlen: «Über alle Werkstoffe hinweg gesehen sank das Produktionsvolumen im 2025 gesamthaft um 7,6% auf 32’051 abgelieferte Ton-nen gegenüber 34’685 Tonnen im Vorjahr. Beim Leichtmetall- und Nichteisenguss verringerten sich die Produktionen im vergangenen Jahr um 16% auf 8’852 Tonnen und beim Eisenguss verzeichneten wir eine Reduktion von 5,7% auf 20’072 Tonnen. Einzig Gussteile aus Kupfer- und Zink-Legierungen erreichten eine Steigerung um 9,3% auf 3’127 Tonnen».

Stabilität auf niedrigem Niveau
Eine spürbare konjunkturelle Wende zeichnet sich für die Schweizer Giessereiindustrie im 2026 nicht ab. Der Ausblick ist daher von vorsichtigem Optimismus geprägt, ohne Erwartungen an einen raschen Aufschwung im laufenden Jahr. Eine leichte Aufhellung am Horizont lässt sich beispielsweise durch neue Modellreihen deutscher Fahrzeughersteller ausmachen. «Die Marktdurchdringung gestaltet sich jedoch schwierig und positive Impulse für unsere Industrie dürften damit vorerst noch begrenzt bleiben», beschreibt Menet die Situation. Entscheidend seien die Rahmenbedingungen, führt Fiato weiter aus: «Sofern sich keine neuen geopolitischen Risiken ergeben, rechnen wir 2026 gesamthaft nicht mit einer signifikanten Trendwende, aber mit einer schrittweisen Stabilisierung auf weiterhin niedrigem Niveau und kon-junkturellen Erholung unserer Anwendermärkte. Wir erhoffen uns dadurch wieder mehr Investitionsbereitschaft und Innovationsdrang für technologisch anspruchsvolle Entwicklungsprojekte, die dank hoher Qualität, solider Zuverlässig-keit und kompetenter Umsetzung weiterhin in der Schweiz verankert werden».

Die Zuversicht der Branche stützt sich vor allem auf die eigenen Kompetenzen: Die Schweizer Giessereien gelten welt-weit als technologisch führend, termintreu, zuverlässig in der Umsetzung und stark in der Entwicklung anspruchsvoller Lösungen. «Diese Stärken unserer Industrie bilden die Grundlage dafür, dass Entwicklungsprojekte und Wertschöp-fung trotz internationalem Kostendruck in der Schweiz verbleiben. Darin sehen wir die beste Antwort auf ein dauerhaft anspruchsvolles Umfeld», so Verbandspräsident Fiato.

«buy European» verschärft anspruchsvolles Umfeld
Der starke Schweizerfranken, die hohen Energie- und Netzkosten sowie der anhaltende Fachkräftemangel werden die Schweizer Giessereien aus Sicht des Branchenverbands auch in den kommenden Jahren fordern und die Marktbedin-gungen im internationalen Wettbewerb erschweren. Zwar hätten sich die Energiepreise gegenüber früheren Spitzen etwas entspannt, doch die steigenden Netzgebühren und Abgaben blieben belastende Rahmenbedingungen, erklärt Fiato und präzisiert: «Zunehmend wird auch unsere Industrie mit den sogenannten ‘buy European’-Klauseln konfron-tiert». Durch stärkere administrative Auflagen, neue Zollbestimmungen, gesetzliche Exporteinschränkungen und Sub-ventionen schritten Bestrebungen zur Marktabschottung voran und der Spielraum enge sich immer mehr ein.

«Zusammen mit weiteren Schweizer Industrie- und Wirtschaftsverbänden begrüssen und unterstützen wir den wirt-schaftspolitischen, diplomatischen Dialog auf Bundesebene – für faire Handelsbedingungen, sei dies mit Rom, Brüssel oder Washington», schildert GVS-Geschäftsführer Marcel Menet die gemeinsamen Anstrengungen: «Die protektionisti-schen Steuervergünstigungen Italiens wurden kürzlich gerade wieder ausgesetzt – macht diese Politik aber in der EU Schule, sinken unsere Absatzchancen, etwa auch in unserem wichtigsten Exportmarkt, Deutschland.»

Stärken gezielt ausspielen
Solche Szenarien erhöhten den Druck auf die Schweizer Giessereien, bestehende Strukturen konsequent zu moderni-sieren und die Wertschöpfung noch mehr zu konzentrieren. «Weitere Teilverlagerungen von Serienproduktionen mit hohem Automatisierungsgrad in kostengünstigere Standorte im Ausland werden unvermeidlich dort erfolgen, wo sie wirtschaftlich sinnvoll sind. Gleichzeitig wird die Schweiz das Zentrum für die Innovation, Entwicklung und anspruchsvol-le Fertigung unserer Industrie bleiben. Innovationen in der Schweiz sind notwendig, um als Industriestandort bestehen zu bleiben», unterstreicht Fiato.

Für die Schweizer Giessereien spielen dabei vor allem Investitionen in die Digitalisierung und Automatisierung eine zentrale Schlüsselrolle. Genau darin sieht Verbandspräsident Fiato zugleich Chance und Herausforderungen im dau-erhaft anspruchsvollen Umfeld: «Wir müssen technologische Substanz halten und weiter aufbauen, um auch in Zukunft unter schwierigsten Bedingungen wettbewerbsfähig zu bleiben und die Stärken des Standorts Schweiz gezielt auszu-spielen».

Zürich, 24. Februar 2026

Word-Dokument der Pressemitteilung

 

 

Pressemitteilung,  4. Februar 2025

Jahresergebnis und Ausblick des Branchenverbands:

Schweizer Giessereiindustrie spürt die konjunkturellen Dämpfer aus ihren wichtigsten Exportmärkten

Für die Schweizer Giessereiindustrie gestaltete sich das Jahr 2024 äusserst herausfordernd. Insgesamt bewegte sich die volatile Auftragslage in den 46 Mitgliedsunternehmen des Giesserei-Verband der Schweiz (GVS) auf niedrigem Niveau. Die Produktionsmenge an ausgelieferten Tonnagen sank im Vergleich zum Vorjahr gesamthaft um 13,6%.  Auch 2025 dürften Auftragseingänge und Produktionsvolumen angesichts der anhaltend geringen Nachfrage aus den zentralen Anwendermärkten nur wenig über dem Vorjahresniveau liegen, so die Prognose des Branchenverbands.

Im Jahresverlauf 2024 schwächte die wirtschaftliche Dynamik stark ab und die Unvorhersehbarkeit des Marktgeschehens verlangte den Schweizer Giessereien noch kürzere Entwicklungs- und Produktionszyklen als ohnehin schon ab. Zahlreiche neue nachhaltige Gusslösungen «Made in Switzerland» kamen zum Einsatz. «Die herausfordernden Marktbedingungen beeinträchtigten jedoch die Möglichkeit, positive Ergebnisse zu erzielen», ordnet Danilo Fiato, Präsident des Giesserei-Verband der Schweiz, ein.

Sorgenkind Deutschland

Aus dem allgemeinen Maschinenbau waren viele Kunden der Schweizer Giessereien seit Mitte des letzten Jahres von einer extremen Nachfrageschwäche betroffen. «Neugeschäfte konnten hier demzufolge so gut wie keine getätigt werden. Das lag insbesondere an der Wirtschaftsschwäche des grössten Schweizer Exportlandes, Deutschland», erläutert Danilo Fiato. Bedingt durch den ausbleibenden Absatz von Elektro-Autos seien von den Herstellern aus Deutschland und ganz Europa auch die Aufträge für die Schweizer Leichtmetall-Giesser nochmals zurückgegangen und weit hinter den Erwartungen geblieben. Erschwert wurde der Geschäftsverlauf in diesem für die Schweizer Giessereiindustrie wichtigen Automotivbereich durch die kurzfristigen Sparprogramme und unzuverlässigen Bestellabrufe der deutschen Hersteller.

Demgegenüber verhielt sich die Auftragslage aus der Schienenfahrzeugindustrie auf stabil gutem Niveau, mit erneuten Zuwachsraten. Im Bauwesen erwiesen sich als Konjunktur-bremsend die langen Bewilligungsverfahren und der dort herrschende Fachkräftemangel. Neu- und Umbauten wurden dadurch 2024 weniger als ursprünglich geplant realisiert. «Über alle Werkstoffe hinweg gesehen sank das Produktionsvolumen gesamthaft um 13,6% auf 34’685 abgelieferte Tonnen gegenüber 41’006 Tonnen im Vorjahr. Beim Leichtmetall- und Nichteisenguss verringerten sich die Produktionen 2024 um 14%, beim Eisenguss verzeichneten wir eine Reduktion von 13,3%», erklärt GVS-Geschäftsführer Marcel Menet.

Ausblick 2025 von den Zielmärkten bestimmt

Wie eine Umfrage unter den GVS-Vorständen ergab, stimmen erste Auftragseingänge für die Entwicklung neuer Gussteile die Branchenführer vorsichtig optimistisch, dass eine konjunkturelle Erholung im 2025 zumindest in Aussicht steht. Eine leichte Verbesserung zeichnete sich bereits Ende letzten Jahres ab, welche die Auslastung im ersten Quartal 2025 wieder erhöhte. Dank der langfristigen Projektlaufzeiten bleibt der Schienenfahrzeugmarkt ein verlässlicher Stabilitätsfaktor.

Geopolitische Entwicklungen wie die Beendigung des Russland-Ukraine-Kriegs und der Nahost-Konflikte könnten zu einem steigenden Bedarf an Gussteilen für die Wiederherstellung der Infrastrukturen führen. «Insgesamt rechnen wir im laufenden Jahr noch nicht mit einem deutlichen Aufschwung für die Schweizer Giessereiindustrie, da sich in erster Linie dafür die Hauptexportmärkte, Deutschland und ganz Europa erholen müssten», so GVS-Präsident Danilo Fiato. Aktuell gebe es für eine nachhaltige Trendwende wenig Anzeichen.

«Unsere Chancen und Risiken werden von unseren Zielmärkten bestimmt», verdeutlicht GVS-Geschäftsführer Menet. «So wie wir als Zulieferer in der Vergangenheit von der Hausse profitierten, so leiden wir nun stark unter der nachlassenden Automobilkonjunktur. Die steigenden Exporte chinesischer Elektrofahrzeuge nach Europa und mögliche nachteilige Beschlüsse in den USA dämpfen zudem unsere Erwartungen.» Ein Ausstieg sei aber keine Option. «Wir sind überzeugt, dass technologische Trends wie die E-Mobilität und der Leichtbau entscheidende Faktoren für unsere Branche sein werden. Der verstärkte Einsatz von Leichtmetall-Gussteilen im ganzen Transportwesen und auch in der Maschinenbauindustrie wird mittel- bis langfristig zu einer erhöhten Nachfrage führen», schildert Fiato. In Deutschland und ganz Europa sowie Nordamerika werde der Erholungsprozess voraussichtlich langsamer verlaufen als in Asien.

Trotz der signifikant unverhältnismässigen Wettbewerbsbedingungen und des starken Preiskampfs mit europäischen und asiatischen Anbietern bleibe der zentrale Marktfaktor die Stabilität: «Ein Vorteil, den wir aus der Schweiz in jeder Hinsicht – politisch, wirtschaftlich und qualitativ – zuverlässig gewährleisten», hält Fiato fest.

Im europäischen Wettbewerb benachteiligt

Eine unsichere Variable stelle für die Schweizer Giessereien das neue CO2-Gesetz dar, dessen potenzielle Auswirkungen auf die Industrie noch nicht absehbar seien. Zudem verlange die Vielzahl neuer Berichtspflichten, darunter die CO2-Berichterstattung und diverse Konformitätsbescheinigungen, den Unternehmen einen signifikant gestiegenen Verwaltungsaufwand ab, der ohne zusätzliches Personal kaum zu bewältigen sei. Die Energiekosten seien zwar gesunken, im europäischen Wettbewerb bleibe die Schweiz aber benachteiligt, insbesondere durch die überdurchschnittlich hohen Netzkosten und -abgaben.

Neben diesen hohen Kosten stellen der Fachkräftemangel und starke Schweizerfranken in naher Zukunft für die Schweizer Giessereiindustrie die grössten Herausforderungen dar. «Die anhaltende wirtschaftliche Stagnation in der Eurozone dürfte den Währungswert des schwachen Euros weiter unter Druck setzen, was die Exporte erheblich verteuert und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Giessereiindustrie beeinträchtigt», schildert Menet die Situation.

Zürich, 4. Februar 2025

Word-Dokument der Pressemitteilung

 

 

Pressemitteilung,  1. Februar 2024

Jahresergebnis und Ausblick der Schweizer Giesserei-Industrie:
Innovative Schweizer Giessereien auf nachhaltigem Kurs – Ausblick für 2024 verhalten

Download (PDF, 99KB)

Word-Dokument der Pressemitteilung

 

Pressemitteilung, 31. Januar 2023

Jahresergebnis und Ausblick der Schweizer Giesserei-Industrie:
Stabiles Wachstum auf gutem Niveau im 2022 – Auftragslage im ersten Halbjahr 2023 Jahr optimistisch

Download (PDF, 75KB)

Word-Dokument der Pressemitteilung

 

 

Pressemitteilung, 20. Januar 2022

Jahresergebnis und Ausblick der Schweizer Giesserei-Industrie:
Deutlicher Aufschwung im 2021 – anhaltend gute Auftragslage im laufenden Jahr

Download (PDF, 61KB)

Word-Dokument der Pressemitteilung

 

 

Pressemitteilung, 27. Oktober 2021

Verheerende Kettenreaktion – Verteuerung bedroht Existenzen

Download (PDF, 149KB)

Word-Dokument der Pressemitteilung

 

Pressemitteilung, 23. März 2021

Download (PDF, 115KB)

Word-Dokument der Pressemitteilung